Hallo Matomofan,
ich fang mal erst bei den Begrifflichkeiten an.
Server-Side-Tracking
Das wird gerade in der Google Analytics Welt als Heilmittel angepriesen und leider häufig falsch verstanden. Server-Side heißt eigentlich nur, von einem Programm, welches auf deinem Server läuft.
Ich erkläre es an einem Beispiel. Man hat PHP installiert und ruft dann aus dem PHP Methoden auf, um Daten an Matomo und somit die Datenbank zu senden. Ein Problem dabei ist, auf dem Server habe ich viele Werte nicht, die ich erheben will. Jedliche Interaktion wie Klicks, Ansichten, was in den Warenkorb legen ist also nicht messbar. Auf dem Server selbst, wird nämlich das JavaScript nicht ausgeführt sondern im Browser oder Client. Im Client kann ich per JavaScript dann z.B. Scroll-, Klickverhalten, Bildschirmauflsung usw. auslesen. Das kann ich auf der Serverseite eben nicht. Aus diesem Grund baut man also ein JavaScript und übergibt an ein PHP-Script die Werte, damit dieses dann die Werte an Matomo übertragen kann. Matomo nutzt dafür die Matomo.php als sogenannten Endpoint. Das ist also eine Softwarearchitektur und hat erst mal gar nichts mit Consent, Cookies usw. zu tun.
Weil Nutzer sich aber gegen ein Tracking wehren wollen, nutzen Sie Adblocker, DNS-Dienste oder browsereigene Funktionen. Dazu kommen natürlich auch zunehmend kritische Geschäftspraktiken - so will ich das mal nennen, was die Gesetzgeber dazu veranlasst hat, einzugreifen.
Cookies & Consent
Die Webseitenbetreiber sollen den Nutzer aufklären, was Sie auf der Seite an Daten erfassen. Mit der Einwilliung kann der Nutzer dann zustimmen oder ablehnen. Weil die meisten Dienste eben zur Erkennun Cookies nutzen - sind es halt Cookies geworden, zu denen man zustimmen muss. Blöd, weil eigentlich wird vergessen, dass Cookie-Zustimmung nicht gleichbedeutend mit Tracking sein muss. Ich kenne also einige Webseiten die eine Weiche nutzen. Stimmt der Nutzer den Cookies zu, wird normal gemessen. Stimmt er nicht zu, wird die cookielose Alternative genutzt. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man dann zwei unterschiedliche Messverfahren in einen Topf schmeisst. Hast du 70% Cookieless- und 30% Cookie-Nutzer - beziehen sich die wiederkehrenden Besucher nur auf diese 30%. Bei 70% weißt du nicht, ob Sie schon mal da waren. Das gleiche dann in der Channel-Attribution. Dort gewinnt bei Cookieless immer der Einstiegskanal. Du kannst das mit Segmenten “profilierbar” zwar trennen, aber das macht keiner.
So eine Weiche kannst du also einsetzen und würdest natürlich deutlich mehr Daten erhalten, auch wenn schwerer lesbar. Trotzdem wirst du nicht 100% erreichen.
Damit kommen wir zurück zu den Adblockern. Kurz da eine Zahl - 37% in DE haben Adblocker installiert.
Das meiste was geblockt wird, sind Google Dienste. Also so eine Gtag.js ist bei den Adblockern überall auf der Blacklist. Auch bei NextDNS oder so, kannst du das easy blocken.
Das ist also der Grund, warum erst mal viele Daten fehlen. Ebenso wird gerne der Google Tag Manager rausgeschmissen. Wenn man also mehr Daten erheben will, muss man die Adblocker austricksen.
Das gelingt z.B. wenn du Matomo auf deiner Domain und somit als First-Party einbindest.
Als Endpunkt solltest du auch nicht Matomo.php nutzen, weil das ja auch wieder erkannt wird.
Generell suchen die Adblockerscripte nach Ads, Stats, Tracking, Piwik, Matomo, GA,
Daher auch Kommentare und Muster raus. Häufig bringt es schon was, die matomo.js umzubenennen.
Das Server-Side-Tagging ist genau so ein Versuch dies zu realisieren.
Von außen erkennt man dann ja nicht mehr, ob und was kontaktiert wird.